Alte Muster loslassen

Alte Muster loslassen, oder warum wir immer wieder in alte Verhaltensweisen fallen.

 

 

Dazu muss man wissen wie Erfahrungen gespeichert und verarbeitet werden. Wo die verschiedenen Erfahrungen abgelegt werden, um bei Bedarf präsent zu sein.

Das gesamte Körpersystem ist von Beginn ein komplexes, hochspezialisiertes, Funktionssystem. Bereits während  unserer intrauterinen Entwicklung werden Programme gespeichert und  als erlernt geankert. Ab der 14. Schwangerschaftswoche sind unser Gehör und  Gleichgewichtsorgan funktionsfähig. Die Natur möchte immer einen Vorsprung haben und lässt uns bereits in unserer uterinen  Entwicklung Erfahrungen machen, die unser Verhalten beeinflussen. Das Kind lebt und erlebt wie die Mutter, nur aus einer anderen Perspektive. Vom Zeitpunkt der Zeugung werden alle Erfahrungen gespeichert.

Unser gesamtes Körpersystem ist permanent an einen Datenfluss angeschlossen. Alle neuen Informationen werden  mit dem Erfahrungsspeicher verglichen, der quasi die Referenz darstellt. So ist leicht vorstellbar warum unser Verhalten immer vorausschaubar und im Vergleich mit anderen Menschen derart unterschiedlich ist. Weil eben jeder für sich seine Prägung hat.  Epigenetik  die Prägung aus unserer unmittelbaren Umgebung, das schauen nach unseren  Vorbildern, mit der Perspektive eines kleinen Kindes und bis zum dritten Lebensjahr ohne eine Bewertung, also aus der absoluten Neutralität. Man sieht heute als gesichert, dass wir nur zu 50% genetisch, die zweiten 50% eben die epigenetische Prägung macht. So wird es einen Unterschied machen ob ich auf einem Südseeatoll, oder in einem Kriegsgebiet geboren bin. Die genetische Prägung bestimmt  unseren Habitus und eben alle neurologischen  Funktionen, die nach der Geburt noch zwei Jahre weitere Entwicklung und Reifung bedürfen um so weit entwickelt zu sein wie die meisten Säugetiere nach der Geburt, oder spätestens nach wenigen Monaten. Der neugeborene Säugling ist absolut angewiesen auf seine Mutter. So bleibt der neugeborene Säugling bis zum zweiten Lebensjahr eine physiologische Frühgeburt. Diese langbestehende Unreife hat zu Gunsten unserer Aufrichtung und damit einer enormen Vergrößerung unserer Hirnmasse  geführt.

Als hochentwickelte Säugetiere haben wir ein entsprechendes Verhalten, nämlich Flucht-Kampf, Essen und Verdauen, sowie die Reproduktion. Alle drei Verhaltensmöglichkeiten sind direkt oder indirekt als Überlebensmuster vorgegeben.

Können wir wirklich entscheiden wie wir uns verhalten?

In Gefahrensituationen gewiss nicht, denn hier geht es ums überleben, d.h. wir werden spontan die Flucht aus einer Gefahrensituation machen, oder uns verteidigen.

Alle drei Verhaltensmöglichkeiten dienen dem Überleben, so gibt uns das Flucht-Kampfmuster durch Bereitstellung von Stresshormonen eine direkte Möglichkeit unser Leben zu retten, oder uns zu verteidigen. In einer solchen Situation sind alle Körperfunktionen die nicht dringend erforderlich sind ausgeschalten, oder minimiert. Adrenalin, Noradrenalin, Cortisol, Glutamin….machen alle notwendigen Ressourcen frei. Unser Schmerzempfinden ist  gesenkt,

Wir kennen diesen Zustand als Symphaticotonus, oder man stelle sich die Katze vor der Maus vor.  Sind wir im Zustand der Nahrungsaufnahme brauchen wir ganz andere Hormone und Enzyme, sodass wir unsere Stoffwechselvorgänge ermöglichen. Als Bild sehen wir die Katze hinterm Ofen.

Sind wir im Reproduktionsmuster haben wir

Körperwahrnehmung, Eutonie, Hypnose, Meditation, Thetawellen…. Begriffe mit denen wir mehr, oder eher weniger anfangen können.

Die Gemeinsamkeit ist der phänomenologische Ansatz. Das Denken tritt in den Hintergrund, das Erleben in den Vordergrund. Der Ansatz ist erlebnisorientiert.

Die Aufmerksamkeit ist nach Innen gerichtet.

Es wird fokussiert und zentriert und geht dem Gefühl der Entspannung einher.

Alltagsgedanken  werden bewusst ausgeblendet, der Fokus wechselt von der aktiven zur passiven Seite. Es tauchen Bilder auf. Der  Muskeltonus verändert sich, sowie auch die Körperwahrnehmung.

 

 

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